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Erfahrungsbericht MacBook Pro 15" Retina

  1. vor 8 Jahren

    Marauder1981

    6 Aug 2013

    Hallo liebe Gemeinde,
    seit nunmehr 2 Monaten besitze ich ein MacBook Pro Retina 15 Zoll Early 2013.
    Es ist Zeit ein kleines Fazit zu ziehen, um vielleicht für den einen oder anderen hier Klarheit über die Verarbeitung und das tägliche Arbeiten mit dem MacBook zu liefern.

    Gekauft habe ich das Gerät um Ende des Jahres ein performantes aber zugleich qualitativ hochwertiges Notebook für die Schule zu haben. In die engere Auswahl fielen da diverse Ultrabooks von Asus und Samsung, und eben dieses besagte MacBook.
    Letztendlich entschied ich mich aufgrund von Tests und Selbsterfahrung für das MacBook.

    Das Metallgehäuse ist wirklich stabil, sieht edel aus, aber leider sind Fingerabdrücke auf dem Deckel immer als Schmierflecken sichtbar. Da dies bei Klavierlack Modellen aber auch der Fall ist, ist dies nicht wirklich störend. Was jedoch stört, ist der Umstand das die Handballenablagen die selbe metallisch raue Oberfläche haben, und so durch absonderungen der Haut unschöne Verfärbungen entstehen. Dies ist bei Klavierlack Ablagen natürlich leichter zu entfernen.

    Die Tastatur ist meiner Meinung nach okay. zum langen tippen eignet sich sich eher weniger, aber ich denke wer das will, stellt sich eh ein externes Keyboard dazu. Für normales schreiben reicht es allemal. Einzig die Pfeiltasten "Hoch" und "Runter" sind etwas zu dicht beieinander. Daran gewöhnt man sich aber recht schnell, denn diese besitzen eine Vertiefung zwischen den Tasten, was das Unterscheiden einfacher macht.
    Das Touchpad hat eine angenehme Größe und führt bei Druck einen Mausklick aus. Diverse Gesten simulieren dann den Rechtsklick, das Zoomen usw. Da ich selbst ungerne mit Touchpads arbeite kann ich hier leider keine fundierte Aussage dazu treffen.

    Das Gerät besitzt leider kein DVD Laufwerk, so das ich mir gleich beim Kauf ein externes DVD Laufwerk von Samsung dazu bestellt habe. Hier sollte man drauf achten, ein Modell zu nehmen welches nur einen USB Anschluss benötigt. Das Macbook besitzt nämlich auf jeden Seite nur einen USB Anschluss, was den Einsatz von externen Dual-USB-Power DVD/Bluray Laufwerken erschwert.
    Zwei USB Anschlüsse reichen zumindest mir vollkommen aus. Und USB 3.0 liefert hier auch eine gute Geschwindigkeit, um externe Festplatten schnell zu betreiben.
    Mittels eines Thunderbolt to Ethernet Adapters schließe ich das Macbook an einem Cisco Router an, was auch auf anhieb funktioniert hat.
    Die restlichen Ports, SD Kartenleser sowie HDMI und Audio funktionieren ebenfalls reibungslos.

    In der Ausführung 2,7 GHz i7 mit 16 GB RAM geht das Modell sehr flott zu Werke, was natürlich auch der schnellen 512 GB SSD zu verdanken ist. Im normalen Betrieb belegt das laufende System ca. 3,3 GB Hauptspeicher. Somit würde die Ausbaustufe mit 8 GB eigentlich ausreichen um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Wer jedoch grafische Anwendungen/Videobearbeitung, Virtuelle Maschinen oder Spiele anstrebt sollte drüber nachdenken sich lieber 16 GB RAM zu gönnen, denn diese sind fest auf dem Mainbaord verbaut und können nachträglich nicht gewechselt werden.

    Der Prozessor ist ebenfalls ein leistungsstarkes Modell welches bei Bedarf mit 3,7 GHz übertaktet laufen kann. Leider kommen wir hier auch schon zu dem meiner meinung nach größten Manko des Gerätes. Die Temperatur. Es ist nachzuvollziehen, das ein i7 mit der Taktung in dem engen Gehäuse sehr viel Wärme entwickelt. Diese wird über zwei Radial Lüfter nach aussen befördert. Die Ansaugschlitze liegen links und rechts an den unteren Seiten des Gerätes. Der Ausblasschlitz liegt am rückwärtigen Ende und ist im Display Schanier integriert.Beim geöffneten Display wird die warme Luft zum größten Teil nach oben Richtung Display ausgeblasen. Im geschlossenen Zustand entweicht die Luft rückwärtig schräg nach unten. Leider ist diese Luftführung alles andere als Optimal. Im normalen Betrieb (Idle,Textebearbeitung,Surfen) hält sich der Prozessor je nach Umgebungsluft auf tapferen 40-50 °C. Startet man jedoch Webseiten mit Flash Animationen, konvertiert mal ein Video oder startet ein Spiel geht diese Temperatur sehr schnell in den Bereich über 100 °C.
    Zuerst ging ich von einem Defekt aus, aber nach der Suche im Internet wurde mir bewusst womit das Design hier erkauft wurde. Die Lüfter verrichten zwar im Idle Betrieb lautlos ihren Dienst, werden jedoch bei solchen Temperaturen schon unangenehm laut.
    Eventuell wartet mal lieber auf die MacBooks mit Haswell Prozessoren, da diese angeblich, entgegegn der Probleme im Desktop Bereich, weniger Wärme produzieren sollen.

    Die Grafikkarte der CPU (Intel HD 4000 512 MB) verrichtet in normalen Anwendungen gut ihren Dienst. Die Umschaltung von Intel HD auf GeForce 650 M funktioniert ebenfalls problemlos. Die 650M reicht in diesem Fall für Spiele der Klasse World of Warcraft mit hohen Einstellungen aus. Leider macht ihr hier die Display Auflösung einen Strich durch die Rechnung. Die besagten 2800x1800 Bildpunkte sind einfach der Wahnsinn. Derart gestochen scharfe Bilder gibt es noch nichtmal im HD Fernsehbereich, und es ist eine Augenweide diese zu betrachten. Leider ist dieser Trend noch kaum bei den Herstellern angekommen. Ich habe bereits Probleme mit der Auflösung in diversen Spielen gehabt, und unter Bootcamp Windows 7. Entweder ist der Desktop auf Ameisengröße zusammengeschrumpft, oder in normaler Größe leicht unscharf. Spiele zeigen nur einen kleinen Ausschnitt des Gesamtbildes. Sollte sich die Auflösung bzw. das Display nicht am Markt etablieren wird man sich in Zukunft schwer tun retina-freundliche Software zu finden.

    Der Akku des Gerätes ist fest verbaut und liefert im Idle mit allen Energiesparoptionen annähernd die versprochene Laufzeit. Möglich wäre es sicherlich gewesen den Akku wechselbar zu gestalten, jedoch kundenbindungstechnisch, hat man sich bei Apple dagegen entschieden. Was Vor- aber auch Nachteile mit sich bringt. So muss man im Falle eines kaputten/ausgelaugten Akkus ca. 200 € in die Hand nehmen um die Akku Packs (geteilter Akku) austauschen zu lassen, was ich als zu teuer erachte.Dies garantiert jedoch dem Kunden ein original Hersteller Akku mit guter Qualität.
    Tauschbare Akkus werden häufig durch Alternativ-Modelle ersetzt was dem Gerät und dem Nutzer schaden kann. Explosionen oder Geräteschäden können auftreten, die sicherlich eine Summe von 200 € überschreiten können.

    Weder eine Akkuanzeige, HDD Aktivitätsanzeige noch eine Power LED besitzt das Macbook.
    Hierzu habe ich mir ein kleines Programm namens SPanel installiert welches HDD Aktivität, Ram &CPU Auslastung sowie Lan TX/RX anzeigt.

    Das Betriebssystem liegt nicht mehr in Form von DVD oder USB Stick bei, sondern wird von einer Recovery Software beim Booten aus dem Internet runtergeladen. Die Größe beträgt ca. 4 GB, was je nach Internet Leitung schon mal ein paar Stunden dauern kann. Deshalb ist es anzuraten das BS auf einem USB Stick zu sichern und bei Bedarf davon zu installieren. Anleitungen dazu findet ihr hier im Forum.

    Alles in allem bin ich trotz der beschriebenen Punkte zufrieden mit dem MacBook. Der einzige Punkt der mich doch sehr stört ist die Temperatur. Evtl. werde ich mich bezüglich dessen nochmal mit Apple in Verbindung setzen. Vielleicht kann man da ja noch was machen.

    Ein Punkt sollte hier allerdings noch erwähnt werden der momentan Probleme macht.
    Es gibt beim MacBook Retina zwei verschiedene Displays die verbaut werden. Ein Samsung Display welches größtenteils fehlerlos funktioniert. Oft wird aber noch ein LG Display verbaut welches massive Geisterbilder erzeugen soll wie zu sehen in einigen Videos und Tutorials. Wie man prüfen kann welches Display man hat wird auch in diversen Tutorials erklärt. Sollte man ein LG Display erwischt haben, empfehle ich einen Tausch des Gerätes bzw. des Displays.
    Auch wurde von Problemen im Zusammenhang mit der SSD berichtet. Hier soll es bezüglich der Sandisk Modelle Probleme geben, welche die Temperatur falsch weitermelden und somit permanentes lüfteraufdrehen verursachen. Wie auch bei dem Display sind die Modelle von Samsung von diesem Fehler wohl eher weniger betroffen.
    Hier sollte Apple aber dringend seine Qualitätssicherung optmieren, um solche Mängel vor der Auslieferung zu beseitigen.

    Ich hoffe das ihr einen kleinen Einblick in das Gerät bekommen habt, und es euch bei der Entscheidung hilft.

    Gruß,

    Mike

 

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