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Festplatte MacBook Pro 13 " Mid 2012

  1. vor 2 Jahren
    Bearbeitet letztes Jahr von Kurt Radowisch

    Bei mir stand ein Tausch meines Macbook Pro (13 Zoll, Mid 2012, gebaut laut Geräteinformation am 18. März 2013) gegen einen der neuesten Generation zur Diskussion. Aber ich entschied mich dagegen, aufgrund der Tatsache, daß die neuen Geräte mit Anschlüssen, Kartenschlitzen und CD/DVD-Laufwerken sehr spartanisch ausgestattet sind.
    Andere User mögen das wenig brauchen, ich benutze es sehr oft, und habe keine Lust, alles in Form von Adaptern und externen Geräten anzustecken und am Ende noch mit mir zu schleppen.

    Da meine interne 1 TB Festplatte ohnehin langsam an ihre Grenzen geriet, schaute ich mich nach einem passenden Ersatz um.
    Von einer SSD habe ich vorläufig noch Abstand genommen, da die Preise von SSD in ausreichender Größe zur Zeit noch in mathematisch nicht erfaßbaren Größen liegen.

    In einem Angebot fand ich eine externe Festplatte mit 2 TB um 89 Euro, in einem Gehäuse für 2.5 Zoll. Die technische Beschreibung läßt zu wünschen übrig, aber die Platte selbst funktioniert augenscheinlich 1a.
    Zerlegen ließ sich das Gehäuse nicht so ohne weiteres, aber mit viel Schweizermesser und wenig Gefühl ging es auf (allerdings für immer!).
    Drinnen fand sich ein USB-SATA-Adapter mit einer nackten Platine und eine Seagate ST2000LM007-Platte.
    Eine Netzrecherche ergab, daß diese Platte, nackt gekauft, deutlich teurer ist (ca. 240 Dollar) als die 89 Euro im Gehäuse vom Sonderangebot. Weiß der Geier, wie die Firmen ihre Preisgestaltung machen.

    Also dachte ich, ich riskiere es. Zur Not kann ich ja immer noch auf die alte Platte rückbauen.
    Und zwei externe Time-Machine Platten habe ich ja auch noch.
    Ich kopierte die interne Platte mit Carbon Copy Cloner auf die neue 2 TB-Platte. Das Programm ist in einer 30-Tage-Testversion gratis, wenn man also nicht serienweise Festplatten klont, reicht sie vollauf.
    Das Klonen dauert Stunden, wie lange genau, weiß ich nicht, denn ich habe den Prozeß gestartet und bin schlafen gegangen.
    Am nächsten Morgen bot mir das Programm noch an, eine „Recovery Partition“ einzurichten. Das kostet nur 1 GB, also habe ich das bejaht.

    Der Umbau selbst ist recht einfach. Ein kleiner Kreuzschraubenzieher und ein Torx T6 (der kleinste, den ich habe) sind alles an benötigtem Werkzeug.
    Laptop runterfahren, ausschalten, zuklappen und umdrehen.
    Boden abschrauben; zehn Schrauben unterschiedlicher Länge - Position merken. Wichtig ist auch, besonders beim späteren Zusammenbau, daß die Schrauben durch die gebogene Form des Gehäusebodens nicht senkrecht, sondern etwas nach außen geneigt sind.

    Nun den Boden abnehmen und beiseite legen.
    Am besten den Laptop so hinlegen, daß der Akku rechts unten und die Festplatte links unten ist. Den Akkustecker abziehen, kein Metall dazu verwenden. Am besten Frauen um Hilfe bitten, die haben längere Fingernägel. Sicherstellen, daß der Stecker vom Akku wegbleibt (ein Stück Karton dazwischen legen.)

    Die Festplatte ist mit zwei Haltespangen mit je zwei Schrauben befestigt. Es genügt, die zwei Schrauben zur Gerätemitte hin zu lösen, die bei dem angeklebten Kunststoff-Fähnchen, die beiden äußeren können drin bleiben.
    Die Spange abnehmen und beiseite legen. Sie paßt nur ein einer Richtung. Die losen Schrauben bleiben in der Spange.

    Oben erwähntes Kunststoff-Fähnchen befindet sich an der eingebauten Festplatte, wenn sie noch die Originalplatte ist, zum leichteren Herausnehmen. Es geht aber auch ohne dieses Fähnchen. Die Festplatte innen etwas anheben und aus der äußeren Befestigungsspange ziehen. Sie hängt nun nur noch am Datenkabel. Dieses gefühlvoll abziehen.

    An der alten Festplatte befinden sich seitlich vier Haltebolzen. Bei manchen neuen Festplatten sind sie bereits montiert, bei andern auch nur in einem kleinen Säckchen beigelegt, manchmal fehlen sie komplett. Mit dem kleinen Torx an der neuen Festplatte in gleicher Weise wie an der alten einsetzen, die Festplatten haben auch Gewindelöcher für Befestigungsmöglichkeiten an der Unterseite vorgesehen. Im Mac müssen die Bolzen seitlich sitzen. Wenn nicht beigelegt sind, die Bolzen von der alten Platte verwenden.
    Zur Not lassen sich die Schrauben auch mit einer Flachzange (Schweizermesser) drehen.

    Der Zusammenbau erfolgt sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge. Kabel von Festplatte und Akku nicht vergessen! Wer mag, kann den Klebestreifen von der alten Festplatte an der neuen festkleben. Ich habe darauf verzichtet. Klebstoffe altern, und am Ende fliegt das Stück Kunststoff lose im Computer herum.

    Vor dem Zusammenbau sollte man sich das Innere des Laptops noch einmal ansehen. Wenn er schon offen ist, kann man gleich den Lurch entfernen. Dazu dient saubere Druckluft aus der Dose. Wer eine Druckluftanlage in der Werkstatt hat, kann auch diese verwenden, aber nicht mit 12 Atü in den Rechner blasen. Wichtig ist, das Lüfterrad dabei zu blockieren (zB mit einem Zahnstocher). Der passiv gedrehte Lüftermotor wirkt als Generator und kann Spannungen abgeben, die andere Bauteile beschädigen können. Wenn die Kühlluftführung sehr verdreckt ist, kann man den Lüfter auch komplett ausbauen und reinigen, und die Kühlluftführung gefühlvoll aussaugen. Es sind nur ein Stecker und drei Schrauben (auch hier unterschiedlich lang!), und die CPU wird’s danken.

    Beim Befestigen der Deckelschrauben wie gesagt auf die Länge achten, und auf den Winkel. Die langen Schrauben sind kaum zu verkanten, aber bei den kurzen aufpassen.
    Alle Schrauben zuerst lose eindrehen, und erst dann festziehen, aber nicht reihum, sondern im Zickzack.

    Nun kommt der Moment, wo der Affe ins kalte Wasser springt: Laptop öffnen - einschalten - Atem anhalten - - - Einschalt-Ton - BINGO!
    2 TB voll verfügbar, abzüglich meiner Daten macht das 1.2 TB freier Platz, im Vergleich zu den vorherigen 200 GB.

    Ich hatte ja meine neue Platte schon vorher formatiert und bespielt.
    Beim Einbau einer jungfräulichen Platte muß diese vorher „Mac OS Extended (Journaled)“ formatiert sein. Dann kann man den Mac auch von einem Terminal-Backup wieder aufsetzen. Das dauert je nach Datenmenge auch mehrere Stunden.
    BTW: Auch das erste Time-Machine-Backup nach dem Umbau dauerte auffallend lange. Wahrscheinlich betrachtet Time-Machine nun JEDE Datei als geändert.

    Wenn es mir jemand nachmachen will: Viel Erfolg und gutes Gelingen! Aber jedenfalls auf eigene Verantwortung!

    LG

  2. letztes Jahr

    Alex

    10 Aug 2017 Administrator 10.13 (High Sierra) MacBook Air iMac iPhone 6

    Es muss nicht immer ein neuer Mac sein. :-)

 

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